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Autounfall: Was tun bei einem Verkehrsunfall?

Sie wurden in einen Verkehrsunfall verwickelt? Müssen Sie nun zwingend die Polizei rufen? Bei der Begleichung des Versicherungsfalls wird die Schuldfrage kritisch sein. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob nur ein Blechschaden entstanden ist oder gar Personen verletzt wurden. Da derjenige, dessen Schuld nachgewiesen werden kann, auch haftet, sollten Sie Ihre Rechte und Pflichten kennen!

Die wichtigsten Fakten

  • Für die bei einem Autounfall entstandenen Schäden haftet stets der Unfallverursacher.
  • Ohne eigenes Verschulden bekommen Sie den Schaden von der Kfz-Versicherung Ihres Unfallgegners erstattet. 
  • Wurden Sie bei dem Unfall verletzt, haben Sie Anspruch auf Schmerzensgeld.
  • Lässt sich die Schuldfrage nicht klären, haften in der Regel alle Beteiligten zu gleichen Teilen.
  • Sind Sie nicht schuldig an dem Unfall, wird Ihr Anwalt von der gegnerischen Haftpflichtversicherung bezahlt

So gehen Sie vor

  1. Sichern Sie die Unfallstelle ab.
  2. Leisten Sie ggf. Erste Hilfe und setzen Sie einen Notruf ab.
  3. Verständigen Sie zur Beweissicherung die Polizei.
  4. Fotografieren Sie den Unfallort und fertigen Sie eine Unfallskizze an.
  5. Machen Sie von Ihrem Schweigerecht Gebrauch – Sie müssen sich nicht selbst belasten.
  6. Ziehen Sie im Zweifelsfall einen Rechtsanwalt zurate. 

Richtiges Verhalten nach einem Verkehrsunfall

Wenn Sie in einen Verkehrsunfall verwickelt wurden, haben Sie zunächst die Pflicht, die Unfallstelle abzusichern. Schalten Sie hierzu die Warnblinkanlage Ihres Autos ein, um andere Verkehrsteilnehmer schon aus der Ferne auf die Gefahrensituation hinzuweisen. Ziehen Sie die mitgeführte Warnweste an, damit Sie auch bei schlechten Sichtverhältnissen auf der Straße wahrgenommen werden.

Mit angelegter Warnweste können Sie jetzt das Warndreieck aufstellen. Im Regelfall ist es ungefähr 100 Meter vor der Unfallstelle entfernt zu positionieren. Sind Hindernisse oder Kurven vorhanden, auch ein wenig weiter davor.

Wenn es zu Personenschäden gekommen ist, müssen Sie diesen verletzten Personen helfen (Erste Hilfe leisten). Anschließend sollten Sie den Notruf wählen. Dabei sollten Sie die Unfallsituation möglichst genau schildern.

Auch wenn es keine grundsätzliche Verpflichtung gibt, ist es bei jedem Verkehrsunfall empfehlenswert, die Polizei zu rufen. Das polizeiliche Protokoll erleichtert Ihnen die Beweissicherung und kann bei Personenschäden sowie den damit einhergehenden hohen Haftungsrisiken besonders relevant werden. Verzichten Sie auf die Polizei, sollten Sie unbedingt den Unfallhergang gemeinsam mit Ihrem Unfallgegner in einem Unfallbericht festhalten.

Dokumentieren Sie den Autounfall in jedem Fall selbst mit Ihrem Handy. Fertigen Sie Fotos von Schäden, Bremsspuren, dem Unfallort sowie den Papieren der Unfallbeteiligten an.

Nehmen Sie Ihr Schweigerecht wahr. Gerade wenn Sie glauben, dass Sie Schuld an dem Unfall haben, sollten Sie dies keinesfalls übereilt zugeben. Schließlich müssen Sie sich nicht selbst belasten. Im Übrigen können Sie sich ihrer Versicherung damit gegenüber haftbar machen, da Sie ihr damit ein besonders hohes Haftungsrisiko aufzwängen.

Ihnen steht zudem die Möglichkeit zu, sich der Hilfe eines Rechtsanwalts für Verkehrsrecht zu bedienen. Häufig steht Ihnen als Geschädigtem mehr zu, als Sie sich bewusst sind. Aber auch für den Schädiger kann sich der Gang zum Anwalt lohnen. Oft trifft weitere Unfallbeteiligte eine Mitschuld, welche die Ausgleichspflicht des Schädigers vermindert.

Haftungsfragen nach einem Verkehrsunfall

Wer haftet bei einem Unfall im Straßenverkehr?

Grundsätzlich gilt: Wer einen Unfallschaden verursacht hat, muss ihn bezahlen. Diese Haftungsregel mag Ihnen simpel erscheinen, dennoch gestaltet sich die Praxis bei etlichen Unfällen deutlich schwieriger. Bei den meisten Unfällen haben sich mehrere Verkehrsteilnehmer falsch verhalten und tragen deshalb jeweils eine Teilschuld.

Im Straßenverkehr gelten außerdem besondere Haftungsregeln:

  • Als Fahrer des Autos haften Sie für Fahrfehler.
  • Parallel haftet auch der Halter wegen der Betriebsgefahr seines Fahrzeugs.
  • Die Betriebsgefahr muss bei der Ermittlung der Haftung miteinbezogen werden.

Stellt sich heraus, dass mehrere Personen Schuld an dem Unfall tragen, gilt: Die Teilschuld jedes Einzelnen orientiert sich nach dem Anteil seiner Schuld. Man spricht von der Haftungsquote. Diese muss meist gerichtlich festgesetzt werden.

Wer muss bei ungeklärter Schuldfrage haften?

Lässt sich die Schuldfrage aufgrund mangelnder Beweise nicht klären, muss trotzdem ermittelt werden, wer in welchem Umfang haftet. Häufig geht man von einer anteiligen Mithaftung des Fahrzeughalters aus, die aus der Betriebsgefahr resultiert.

Gerade bei Unfällen zwischen Autos und nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern wie Radfahrern können Sie deshalb als Halter des Kfz vollständig haften. Voraussetzung dafür ist aber, dass bei dem nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer kein Verschulden angenommen werden kann.

Waren in einen Verkehrsunfall ausschließlich Autos verwickelt und gibt es nicht genügend Beweise für die Schulden eines Beteiligten, haften in der Praxis meist beide zu gleichen Teilen. Bei einem Auffahrunfall wird stets angenommen, dass Sie als Auffahrender den Sicherheitsabstand unterschritten oder nicht aufgepasst haben. Das Gegenteil müssen Sie beweisen.

In Fällen, in denen sich der Unfallhergang gar nicht klären lässt und die Beteiligten widersprüchliche Angaben machen, verhält es sich anders. Hier haften im Regelfall beide Fahrer jeweils zur Hälfte.

Haftung bei Unfällen mit Tieren

Im Straßenverkehr wird es auch dann kompliziert, wenn Tiere die Unfallverursacher sind. Wenn Sie z. B. ein Reh oder einen Hund an- bzw. überfahren, ist vor allem meist gerade die Haftungsfrage unklar.

Wenn es sich um ein Haustier handelt, kann unter Umständen der Tierhalter haften. Grundlage dafür ist die Gefährdungshaftung für Tierhalter. Bei Nutztieren hängt die Haftung davon ab, ob der Halter die Vorgaben der Landwirtschaftskammer bzw. des Landwirtschaftsamtes umgesetzt hat. Bei Wildunfällen ist schließlich Ihr Versicherungsschutz als Fahrer ausschlaggebend.

Kommt es zu Schäden an fremden Autos, springt im Regelfall die Haftpflichtversicherung ein. Schäden am eigenen Wagen können von einer Kaskoversicherung beglichen werden. Jedoch nur dann, wenn nachweislich ein Wildunfall vorliegt und Sie als Fahrer zu Recht ausgewichen sind oder das Tier überfahren haben.

Schadensregulierung nach einem Verkehrsunfall

In welchen Fällen benötigt man ein Kfz-Gutachten?

Ein Kfz-Gutachten brauchen Sie in der Regel, wenn Ihr Auto bei einem Unfall im Straßenverkehr durch Fremdverschulden Schäden davongetragen hat. Die Versicherung Ihres Unfallgegners fordert im Zuge der Schadensregulierung einen Nachweis über die Kosten für die Schäden.

Was untersucht ein Gutachter genau?

Soll nach einem Autounfall der entstandene Unfallschaden durch ein Kfz-Gutachten ermittelt werden, so untersucht der Gutachter das verunfallte Fahrzeug, um den Schaden zu beziffern.

Im Regelfall umfasst ein Kfz-Gutachten folgende Punkte:

  • technische Daten und Ausstattung des Unfallfahrzeugs
  • Dokumentation der unfallbedingten Schäden durch Fotos
  • Bestimmung des Reparaturwegs und der Reparaturkosten
  • Berechnung der unfallbedingten Wertminderung
  • Angaben zu nicht reparierten Vorschäden
  • Reparaturzeit und unfallbedingte Ausfallzeit
  • Wiederbeschaffungswert
  • Diagnose eines wirtschaftlichen Totalschadens bei Unwirtschaftlichkeit der Reparatur
  • Restwert des Fahrzeugs

Mit diesen Daten verfügt die Versicherung über eine Grundlage für die oftmals sehr komplexe Schadensregulierung.

Welche Kosten können für ein Gutachten entstehen?

Der Preis für ein Kfz-Gutachten nach einem Autounfall ist im Regelfall von der Schadenshöhe abhängig. Je größer der durch den Unfall entstandene Schaden, desto teurer kann das Gutachten ausfallen. Wurden Sie unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt, haben Sie jedoch einen Anspruch auf Übernahme der Gutachterkosten durch ihren Unfallgegner.

Welche Ansprüche entstehen nach einem Autounfall?

Generell ersetzt die Kfz-Versicherung des Unfallverursachers Ihre Schäden als Unfallbeteiligter, wenn Sie keine Schuld an dem Unfall tragen. Versuchen Sie vom Unfallgegner ein schriftliches Schuldanerkenntnis zu bekommen, wenn er den Unfall verschuldet hat. Dazu ist der Unfallverursacher aber nicht verpflichtet.

Als Geschädigter haben Sie gegenüber Ihrem Unfallgegner u. a. folgende Ansprüche: 

  • Schadensersatz für die an Ihrem Auto entstandenen Schäden
  • Erstattung der Abschleppkosten
  • Zahlung von Nutzungsausfallschadensersatz oder der Kosten eines Mietwagens, wenn Ihr Auto nicht mehr fahrbereit ist
  • Begleichung eines ggf. entstandenen Verdienstausfalls bzw. Haushaltsführungsschadens 

Bei einem Totalschaden wird Ihnen dagegen von der Versicherung meist nur der Wiederbeschaffungswert ausgezahlt. Bei einer Teilschuld am Unfall wird auch nur anteilig Schadensersatz gezahlt.

Wann entsteht ein Schmerzensgeldanspruch?

Wenn Sie als Unfallopfer bei einem Verkehrsunfall Verletzungen erlitten haben, muss die Versicherung Ihres Unfallgegners nicht nur Ihre Behandlungskosten tragen, sondern Sie haben auch einen Anspruch auf Schmerzensgeld.

Nicht nur als Unfallbeteiligter, sondern auch als naher Angehöriger können Sie eventuell einen Schmerzensgeldanspruch besitzen, wenn Sie z. B. einen Schock erlitten haben, weil das Unfallopfer verstorben ist.

Anspruch auf Schmerzensgeld durchsetzen

Wenn Sie meinen, dass Ihnen Schmerzensgeld zusteht, ist es unbedingt empfehlenswert, einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen.

So setzen Sie einen Schmerzensgeldanspruch durch:

  • Legen Sie Beweise vor, dass Ihr Gesundheitsschaden durch den Unfall verursacht wurde.
  • Suchen Sie daher nach einem Unfall auch bei minimalen Schmerzen oder Verletzungen auf jeden Fall umgehend einen Arzt auf.
  • Holen Sie sich ein ärztliches Attest und belegen Sie verursachte Verletzungen durch Fotos.
  • Dokumentieren Sie Beeinträchtigungen im Alltagsleben durch die erlittenen Verletzungen schriftlich.

Drohende Sanktionen nach einem Autounfall

Bußgelder und Punkte

Im Regelfall kommt es stets auf die Unfallursache an, ob gegen Sie ein Bußgeld oder gar Punkte verhängt werden. Liegt laut Polizei lediglich eine leichte Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr vor, ist im Regelfall ein Verwarngeld zu zahlen. Ein Grund für ein Verwarnungsgeld kann z. B. ein Unfall durch starkes Bremsen ohne wichtigen Grund sein.

Haben Sie einen zu kleinen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug gehalten und dadurch dann einen Unfall verursacht, kann das dagegen die Einleitung eines Bußgeldverfahrens zur Folge haben. In manchen Fällen werden bei einem Verkehrsunfall sogar Straftaten nach dem Strafgesetzbuch (StGB) verwirklicht (siehe unten). 

Muss man auch als Verursacher eines Unfalls ohne Fremdschaden mit einem Bußgeld rechnen?

Ein Unfall im Straßenverkehr muss nicht zwingend ein Zusammenstoß zwischen zwei Unfallbeteiligten sein. Durch unterschiedliche Ursachen kann auch ein Autounfall ohne Fremdschaden entstehen. Bei einem solchen entsteht nur dem Unfallfahrer und/oder etwaigen Mitfahrern im Auto ein Schaden.

Wenn sich herausstellt, dass sich ein Unfall ohne Fremdschaden durch einen Verkehrsverstoß wie etwas überhöhte Geschwindigkeit ereignet hat, kann auch hier gegen den Verursacher ein Bußgeld verhängt werden.

Aktueller Bußgeldkatalog für Unfallbeteiligte

Der folgende Ausschnitt aus dem Bußgeldkatalog macht deutlich, welche Strafen Beteiligten an Unfällen drohen können:

TatbestandBußgeldPunkte
Sie bremsten als Vorausfahrender stark ohne wichtigen Grund und lösten so einen Unfall aus.30 EURKeine
Sie verursachten durch nicht angepasste Geschwindigkeit einen Unfall.35 EURKeine
Sie fuhren durch zu wenig Abstand auf das abbremsende Auto auf.35 EURKeine
Ein Kfz, das liegen geblieben ist, nicht ordnungsgemäß gesichert und als Wegsperre markiert30 EURKeine
Als Beteiligter an einem Unfall den Straßenverkehr nicht gesichert oder bei kleineren Unglücken das Auto nicht sofort an den Rand gestellt30 EURKeine
… mit Sachbeschädigung35 EURKeine
Spuren des Unfalls entfernt, obwohl die Polizei diese noch nicht feststellen konnte30 EURKeine

Straftaten im Zusammenhang mit einem Autounfall

Fahrerflucht (Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, § 142 StGB)

Nach einem Verkehrsunfall im Straßenverkehr müssen Unfallbeteiligte

anderen Unfallbeteiligten und den Geschädigten die Feststellung ihrer Person, ihres Fahrzeugs und die Art ihrer Beteiligung durch ihre Anwesenheit und durch die Angabe, dass sie in den Unfall verwickelt waren, erlauben oder
eine angemessene Zeit warten, sodass dies festgestellt werden kann (Wartepflicht).
Auf diese Weise erhalten die Unfallgegner die Möglichkeit, ihren Schaden bei der Versicherung des Unfallbeteiligten geltend zu machen. Entfernen Sie sich als Unfallbeteiligter, sodass diese Feststellungen nicht getroffen werden können, kann ein Bußgeld von 30 Euro gegen Sie verhängt werden.

Begehen Sie zudem Fahrerflucht, werden Sie mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder einer Geldstrafe bestraft. Dazu kommen 3 Punkte in Flensburg und je nach Einzelfall womöglich ein Fahrverbot oder der Führerscheinentzug.

Fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB) und fahrlässige Tötung (§ 222 StGB)

Fahrlässige Körperverletzung kann mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe geahndet werden. Je schwerer die Verletzung, desto höher fällt die Strafe aus. Fahrlässige Tötung kann sogar eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder eine Geldstrafe nach sich ziehen. Hier ist die Strafe von der Schwere der Verfehlung abhängig. Bei beiden Straftaten bekommen Sie als Unfallverursacher 3 Punkte in Flensburg.

Fahrlässigkeit heißt, dass die Köperverletzung nicht beabsichtigt war oder in Kauf genommen wurde. Der Täter hat dem Straßenverkehr schlicht nicht die nötige Aufmerksamkeit gewidmet.

Bei einer fahrlässigen Tötung kann Ihnen bei einigen Verkehrsunfällen als Unfallverursacher vergleichsweise wenig zur Last gelegt werden. Sie erhalten in der Folge zumeist nur eine Geldstrafe. Allerdings können dafür Personen, die durch ihre Raserei den Tod vieler Menschen verschuldet haben, Freiheitsstrafen ohne Bewährung drohen.

Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c StGB)

Die fahrlässige Körperverletzung oder Tötung geht häufig mit einer Gefährdung des Straßenverkehrs einher. Dazu kann es bei Unfällen und Gefährdungen im Rausch, infolge geistiger oder körperlicher Mängel (z. B. Übermüdung) oder durch äußerst rücksichtsloses Verhalten kommen. Auch in diesem Fall kann gegen Sie eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder eine Geldstrafe verhängt werden. Beim Fahren unter Drogen- oder Alkoholeinfluss drohen darüber hinaus 3 Punkte in Flensburg. Kommt es zu einem Unfall unter solchen Umständen, lag auch in der Regel eine Gefährdung im Sinne des Gesetzes vor. Das kann aber auch gelten, wenn ein bloßer beinahe-Unfall, also ein glimpflicher Ausgang durch bloßen Zufall, vorlag.

Unterlassene Hilfeleistung (§ 323c StGB)

Im Straßenverkehr müssen Sie nach einem Unfall helfen. Wer Hilfe leisten kann, ist dazu gezwungen, es zu machen, soweit es nötig und ihm zumutbar ist.

Wer das nicht tut, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr oder Geldstrafe bestraft. Die Zumutbarkeit liegt nicht vor, wenn sich der Helfer selbst in Gefahr bringt. Verunreinigungen des eigenen Fahrzeugs oder der Kleidung sind aber in Kauf zu nehmen und können dafür ggf. einen Aufwendungsersatzanspruch nach sich ziehen.

Übersicht Straftaten in Verbindung mit einem Unfall

TatbestandPunkteBemerkung
Unerlaubt vom Ort des Unfalls verschwunden (nach § 142 StGB)3Straftat nach StGB
Unterlassene Hilfeleistung (nach § 323c StGB)3Straftat nach StGB
Fahrlässige Tötung (nach § 222 StGB)3Straftat nach StGB
Fahrlässige Körperverletzung (nach § 229 StGB)3Straftat nach StGB

FAQs zum Thema Autounfall

Wer zahlt den Rechtsanwalt nach einem Verkehrsunfall?

Generell gilt: Tragen Sie nicht die Schuld an dem Verkehrsunfall, werden die Kosten für Ihren Rechtsanwalt komplett von der gegnerischen Haftpflichtversicherung übernommen. Wenn jedoch lediglich eine Teilschuld besteht, zahlt die Versicherung Ihres Unfallgegners auch nur teilweise die Anwaltskosten: Sie trägt dann den Teil, der der Schuld Ihres Gegners entspricht.

Wann hat man als Geschädigter nach einem Unfall Anspruch auf einen Mietwagen?

Ein Leihwagen wird bezahlt, so lange es notwendig ist. Die Kosten dafür muss der Versicherer Ihres Unfallgegners übernehmen. Allerdings muss die Versicherung lediglich dann einen Mietwagen zahlen, wenn Ihr Fahrzeug auch tatsächlich fahruntüchtig ist. Darüber hinaus sollten Sie als Geschädigter darauf achten, dass es sich bei dem angemieteten Auto um kein deutlich höherwertiges Fahrzeug handelt, um wirklich alle Kosten erstattet zu bekommen.

Welche Besonderheiten sind nach einem Unfall mit einem Leihwagen zu beachten?

Wenn Sie einen Unfall mit Ihrem Mietwagen verursacht haben, sieht Sie Ihr Autovermieter in der Regel in der Pflicht, die Polizei zu rufen. Tun Sie das nicht, kann es passieren, dass Ihr Versicherungsschutz verloren geht. Ob alle entstandenen Kosten von der Versicherung übernommen werden, hängt schließlich auch davon an, welches Versicherungspaket Sie bei der Anmietung des Mietwagens dazugebucht haben. Lesen Sie sich die Vertragsbedingungen stets genau durch.

Welche Besonderheiten sind bei einem Unfall im Zuge einer Probefahrt zu berücksichtigen?

Da Ihnen bei einer Probefahrt das Auto und dessen Fahrverhalten fremd sind, ist das Unfallrisiko besonders hoch. Entsteht durch einen Unfall am Fahrzeug ein Schaden, stellt sich die Frage, wer dafür aufkommen muss.

Dies hängt auch davon ab, ob das von Ihnen Probe gefahrene Kfz einem Autohändler oder einer Privatperson gehört. Wird ein Händlerfahrzeug während einer Probefahrt in einen Unfall verwickelt, springt im Regelfall die Vollkaskoversicherung des Verkäufers ein.

Wird von Ihnen im Rahmen einer Probefahrt ein privat angebotenes Fahrzeug beschädigt, dann trägt unter gewissen Voraussetzungen die Versicherung des Verkäufers die Kosten. Von Bedeutung ist in diesem Kontext in erster Linie, über welchen Versicherungsschutz dieser verfügt. Handelt es sich um eine Teil- oder Vollkaskoversicherung, so sollten vorab die Bedingungen der Police geprüft werden, denn einige Versicherer schließen bei einer Probefahrt die Haftung aus.

Welches fahrerische Fehlverhalten führt besonders häufig zu schweren Unfällen?

Bei 100 Unfällen mit Personenschaden 2017 lag im Durchschnitt folgendes Fehlverhalten der Fahrer zugrunde:

FehlverhaltenAnzahl der Fälle
Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren16
Nichtbeachten der Vorfahrt15
Ungenügender Abstand14
Nicht angepasste Geschwindigkeit13
Falsche Straßenbenutzung7
Falsches Verhalten gegenüber Fußgängern4
Fehler beim Überholen4
Alkoholeinfluss4
Sonstige Ursachen25

Rechtstipps zu "Autounfall"