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Einbürgerung: Welche Voraussetzungen gelten und wie sie beantragt werden kann!

Was ist eine Einbürgerung?

Erwirbt eine Person eine andere Staatsbürgerschaft als ihre bisherige, spricht man von einer Einbürgerung. Der Vorgang wird auch Naturalisation genannt. Die Einbürgerung erfolgt immer auf Antrag bei der zuständigen Behörde des jeweiligen Landes. Andere Wege, eine Staatsbürgerschaft zu erlangen, sind etwa durch Geburt, durch Abstammung, durch Adoption oder durch Heirat.

Formen der Einbürgerung in Deutschland

In Deutschland werden drei Formen der Einbürgerung unterschieden:

Muss-Einbürgerung

In diesem Fall hat die betroffene Person einen rechtlichen Anspruch auf die Einbürgerung. Man spricht deshalb auch von Anspruchs-Einbürgerung. Sie gilt z. B. für ehemalige deutsche Staatsbürger, denen zwischen 1933 und 1945 aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Gleichermaßen gilt sie für sogenannte verfestigte Einwanderer, also Ausländer, die seit mindestens acht Jahren in Deutschland leben, nicht straffällig geworden sind, ausreichende Sprachkenntnisse nachweisen können und über genügend Einkommen verfügen.

Soll-Einbürgerung

Diese Form der Einbürgerung kommt für Ehegatten und Lebenspartnern von deutschen Staatsangehörigen in Betracht sowie für Personen, die das Sorgerecht für ein Kind mit deutscher Staatsbürgerschaft innehaben. Sind sie bereit, ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufzugeben, muss die Behörde ihren Einbürgerungsantrag genehmigen. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn besondere Gründe die Verweigerung der Staatsbürgerschaft rechtfertigen.

Kann-Einbürgerung

Dabei kommt eine Einbürgerung in Betracht, wenn sich die Behörde nach pflichtgemäßem Ermessen dafür entscheidet. Betroffen sind hier Personen, deren Unterhalt gesichert ist und gegen die kein Ausweisungsgrund vorliegt. Die gleichen Voraussetzungen gelten für ehemalige deutsche Staatsbürger.

Muss man die frühere Staatsbürgerschaft aufgeben?

Grundsätzlich gilt: Für die deutsche Staatsangehörigkeit muss man die bisherige Staatsbürgerschaft abgeben. Davon gibt es jedoch einige Ausnahmen. So müssen EU-Bürger und Schweizer Bürger bei der Einbürgerung in Deutschland ihre bisherige Staatsangehörigkeit nicht aufgeben. Für sie kommt eine doppelte Staatsbürgerschaft in Betracht.

Das Gleiche gilt für Personen, deren Herkunftsland eine Aufgabe der ursprünglichen Staatsangehörigkeit nicht erlaubt. Das ist z. B. bei Marokko, dem Iran und Kuba der Fall.

Wie bekommt man die deutsche Staatsbürgerschaft?

Den Einbürgerungsantrag muss man bei der Einwanderungsbehörde oder der örtlichen Staatsangehörigkeitsbehörde einreichen. Manchmal ist auch das Bürgeramt oder die Ausländerbehörde die richtige Adresse. Für die Antragstellung benötigt man verschiedene Unterlagen. Neben dem ausgefüllten Antrag sind das z. B. eine Kopie des Reisepasses und der Aufenthaltserlaubnis, ein Arbeitsnachweis, ein Wohnungsnachweis, ein Nachweis über ausreichende Deutschkenntnisse und eine Geburtsurkunde.

In der Regel muss der Betroffene zusätzlich einen Einbürgerungstest absolvieren. Dabei muss man je 10 Fragen aus drei Themenblöcken beantworten: Leben in der Demokratie, Geschichte und Verantwortung sowie Mensch und Gesellschaft. Personen, die einen deutschen Schulabschluss haben, müssen keinen Einbürgerungstest machen.

Wie viele Einbürgerungen gibt es jährlich?

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht jedes Jahr offizielle Zahlen rund um die Einbürgerung in Deutschland. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 112.300 Personen eingebürgert, etwa genauso viele wie im Vorjahr (112.200). Die meisten Einwanderer stammten aus der Türkei (16.700), gefolgt vom Vereinigten Königreich (6600) und Polen (6220). Die Mehrheit der Eingebürgerten war weiblich und nicht verheiratet. Durchschnittlich waren sie 34,8 Jahre alt und hatten vorher bereits 17,3 Jahre in Deutschland gelebt.

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